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Antikriegstags-Veranstaltung 1. Sep. 2001

RednerInnen:

Ursula Engelen-Kefer (Stellvertretende DGB-Vorsitzende)
Prof. Dr.theol. Heinrich Fink MDB, Vorsitzender des Bundes der Antifaschisten der neuen Bundesländer

Aufruf zum Antikriegstag am 1. September 2001:

Erinnern für die Zukunft
Brücken nach Osten!

Sechzig Jahre sind vergangen, seit die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion überfiel Die Leiden der Menschen und die Folgen des Krieges sind noch heute gegenwärtig. Niemals dürfen die Verbrechen vergessen oder verdrängt werden, die in deutschem Namen verübt wurden. Auch die 65.000 im Stalag 326 in Stukenbrock zu Tode gequälten sowjetischen Kriegsgefangenen und die zahlreichen Zwangsverschleppten aus der damaligen UdSSR, aus Polen, Frankreich, Italien und Jugoslawien gehören zur deutschen Geschichte.

Auf die bisherige Zurückhaltung einer Entschädigung an ehemalige Zwangsarbeiter und die Verweigerung einer solchen an die wenigen noch überlebenden sowjetischen Kriegsgefangenen, die als Zwangsarbeiter härteste Sklavenarbeit verrichten mussten, können wir nur mit Unverständnis und Empörung reagieren.

Von Deutschland sollte nach 1945 nie wieder ein Krieg ausgehen. Das war die wichtigste Lehre aus der Vergangenheit. Frieden und Versöhnung wurden Verfassungsauftrag. Die Friedensbewegung der Nachkriegszeit trug mit dazu bei, dass aus dem kalten Krieg kein neuer Weltbrand entstand. Mit dem Ende des West-Ost-Konfliktes bestand die große Chance, ein gemeinsames friedliches Europa zu schaffen. Diese Chance blieb ungenutzt.

Am 24. März 1999 geschah dann das, was vielen undenkbar erschien: Deutschland beteiligte sich an dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien. All die vielen Hoffnungen auf einen dauerhaften Frieden wurden zerstört. Inzwischen bereitet sich die Bundeswehr auf weltweite Kampfeinsätze vor. Die große Mehrheit des Bundestages unterstützt diese neue Militärpolitik, die weit über den im Grundgesetzt formulierten Verteidigungsauftrag hinausgeht.

Unser Land aber braucht eine glaubhafte Friedenspolitik. Dazu gehört der Verzicht auf militärische Kampfeinsätze außerhalb des NATO- Gebietes. Dazu gehört die Verurteilung jeglicher Aggressionspolitik.

Wo es angebracht wäre. Brücken der Versöhnung und des Friedens zwischen den Menschen und Völkern zu bauen, wird mit Parolen vom "Stolz ein Deutscher zu sein" schädlicher Nationalismus begünstigt. So findet neonazistisches Gedankengut ein zunehmend günstiges Klima im Lande. Es ist nicht nur in rechtsradikalen und neonazistischen Parteien und Organisationen vorhanden. Der Anstieg der Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund um 60 Prozent im vergangenen Jahr sollte jeden Demokraten schockieren und seine Solidarität mit den Verfolgten auslösen.

Der Antikriegstag 2001 mahnt: Zum "Aufstand der Anständigen" gehört auch der Widerstand gegen weltweite Militäreinsätze und Nationalismus.

Wir rufen auf zu einer Mahn- und Gedenkveranstaltung am l. September 2001 auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock. Wir legen Blumen und Kränze auf die Gräber der 65 000 und wollen unseren Beitrag leisten, um das Vermächtnis der Toten "und sorget Ihr, die Ihr noch im Leben stellt, dass Frieden bleibt, Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern" zu erfüllen Unsere Solidarität gehört auch weiterhin den Menschen, die die Hölle des Stalag 326 überlebt haben. Wir werden ihnen auch künftig finanzielle und materielle Hilfe zukommen lassen.