Redebeitrag von Werner Höner, langjähriger Vorsitzender des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock, auf der Mahn- und Gedenkveranstaltung am 7. September
Seit dem Jahr 1967 versammeln wir uns hier am Antikriegstag zu einem Bekenntnis für eine Friedens- und Verständigungspolitik. Das ist auch in diesem Jahr wieder der Fall.
Die bange Frage, die sich uns heute stellt ist:
Haben wir in den kommenden Tagen mit einem sogenannten Militärschlag, mit einem furchtbaren Krieg zu rechnen?
Müssen wir uns darauf einstellen, dass in den nächsten Tagen das Volk von Syrien mit Raketen, mit Marschflugkörpern bombardiert wird?
Es gibt nach meiner Meinung keine Entschuldigung für einen Giftgaskrieg.
Diejenigen, die Giftgas gegen Menschen einsetzen, sind Verbrecher!
Diese Verbrecher müssen vor ein internationales Gericht gestellt werden!
Man darf dieses furchtbare Verbrechen nicht mit Bomben, mit einem neuen Krieg, der mehr als 1.400 Opfer fordert wird, beantworten!
Man kann eine Bestrafung der Täter dieses Giftgasanschlages nicht bewirken, wenn man Bomben auf Syrien abwirft und Tausenden Menschen den Tod bringt!
Ich bin der Meinung, es ist ein Verbrechen, wenn man dieses Geschehene mit einem neuen Verbrechen beantworten will!
Was für Alternativen gibt es?
Der Friedensnobelpreisträger, USA- Präsident Obama wäre gut beraten, jetzt seine Pflicht als Friedenspreisträger zu erfüllen und in Syrien für eine friedliche Lösung des Konfliktes zu sorgen, andernfalls sollte er den Friedensnobelpreis zurückgeben.
Er wäre gut beraten, die Haltung der Menschen in Europa und den Vereinigten Staaten erst zu nehmen, die in ihrer Mehrheit einen neuen Krieg ablehnen.
Es war sehr wichtig und richtig, dass Präsident Obama die Mehrzahl der zwanzig Industriestaaten- Regierungschefs, die in Sankt Petersburg eine Gipfel abhielten, nicht für einen Krieg gegen Syrien gewinnen konnte. Das war gut und richtig!
Dennoch will Obama, wie er sagt, sich nicht davon abbringen lassen, Assad zu „bestrafen“.
Wir stellen hier die Frage, wer gibt ihm überhaupt das Recht, sich über UNO- Recht hinweg zu setzen?
Wer gibt ihm das Recht, im Interesse einiger Kriegstreiber, denen es ausschließlich um Macht geht, ein ganzes Volk erneut ins Unglück zu stürzen?
Ich meine, es muss jetzt eine Möglichkeit geben, dass der Weltsicherheitsrat seine Verantwortung für den Frieden wahrnimmt. Es ist zum ersten jetzt Zeit für einen UNO- Beschluss, den Internationalen Gerichtshof anzurufen, damit die Verantwortlichen für den Giftgasanschlag ausfindig gemacht und verurteilt werden. Ein solcher Schritt ist notwendig, statt die USA zu beauftragen, Syrien zu bombardieren.
Zweitens glaube ich, es ist jetzt wichtig, dafür zu sorgen, dass Giftgas nirgends mehr gegen Menschen eingesetzt werden kann. Das bedeutet, dass über eine internationale Syrien- Konferenz, mit der syrischen Regierung, mit der Regierung der USA , mit der Regierung Russlands dafür gesorgt wird, dass das vorhandene Giftgas aus Syrien abgezogen und unter internationaler Kontrolle vernichtet wird.
Ich glaube, man könnte Russland dafür gewinnen, dieses Giftgas aus Syrien in Russland zu vernichten. Ich bin davon überzeugt, dass das Möglichkeiten wären, jetzt das Schlimmste zu verhindern!
Es ist sehr wichtig, dass heute von dieser Mahn- und Gedenkveranstaltung ein Appell an die Menschen unseres Landes geht, mit der Aufforderung sich überall gegen einen neuen Krieg einzusetzen.
Wir appellieren an die Abgeordneten in unserem Land, im Bundestag und in den Landtagen, jetzt alles zu tun, damit dies Bundesregierung ihren Einfluss in der UNO geltend macht, damit auf dem Weg von Verhandlungen der Krieg in Syrien beendet wird.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.