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Vor 60 Jahren
Befreiung des Stalag Stukenbrock
"Am 2. April 1945 war es endlich soweit! Während sich amerikanische Truppen dem Lager näherten, entwaffneten sowjetische Lagerinsassen nach einem gut vorbereiteten Plan die Lagerwache....Erfüllte sich für die Gefangenen mit der Befreiung ein Wunschtraum, so wurde er für die anrückenden Amerikaner zum Alptraum, als sie die Zustände im Lager kennen lernten." So schildern Überlebende des Stalag 326 VI/K Stukenbrock in einem Bericht an den Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock den Tag ihrer Befreiung und der US- Kriegsberichterstatter John Mecklin überschrieb seinen Bericht über die Befreiung wie folgt " 8.610 vor Hunger wahnsinnig gewordene Gefangene, wie Tiere in Dreck und Elend gehalten" und fügte hinzu "wenn die Amerikaner, die heute hier waren, die Deutschen nicht sowieso schon hassten, dann tun sie es jetzt." 65.000 Gefangene hatten dieses Lager nicht überlebt. Ihre Körper wurden auf dem heutigen Sowjetischen Soldatenfriedhof in 36 Massengräbern verscharrt.
60 Jahre sind seitdem vergangen. Die Welt und auch unser Land haben sich verändert.
Dennoch ist es wichtig, die Zeit von 1933 bis 1945 und die hier von Deutschen zu verantwortenden Verbrechen nicht zu vergessen, ja sich stets daran zu erinnern, welche schlimmen Folgen Rassismus, Intoleranz und Völkerhass nach sich ziehen.
Wir wollen der Befreiung der Gefangenen des Lagers 326 VI/K in einer Feierstunde mit Kranzniederlegung am
Sonnabend, dem 2. April um 16.00 Uhr
auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock
gedenken. Dazu laden wir herzlich ein.
Die Gedenkrede hält Dr. Anatoli Popow, ehemaliger Botschaftsrat der UdSSR in Bonn und Mitarbeiter des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock.
Dimitr Orlow, ehemaliger Gefangener und Teilnehmer der Befreiung des Lagers am 2. April wird mit seiner Gattin an der Feierstunde teilnehmen. Er gehört auch zu den Erbauern des Denkmals, das bereits am 2. Mai 1945 eingeweiht wurde. Sein Wunsch besteht darin, dass bis zur Feierstunde das Denkmal durch die Behörden unseres Landes wieder so hergestellt wird, wie sie es nach ihrer Rückkehr in die Heimat hinterlassen haben.
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